|
Auf der Suche nach der „Macht“, die hinter der Dynamik steckt, die das Phänomen Stadt:Region und den Lebensalltag – zum Beispiel den Zwang zur Mobilität - ihrer BewohnerInnen prägen, spüren wir „treibenden Kräften“ nach:
- den Wirkungen von funktionsräumlicher Trennung und Mobilitätsentwicklung, wie sie für die Entwicklung der Städte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägend waren, die auch zu Mobilitätszwang, sozialer Verinselung und der Herausbildung von innerstädtischen „Transiträumen“ führen
- der Raum verändernden Wirkung von Individualisierung und neuen Lebens- und Konsumstilen, im Besonderen der Erfüllung von „Wohnträumen“ (Haus im Grünen) und der Optimierung von Konsummöglichkeiten (so viel wie möglich so rasch wie möglich konsumieren);
- der Beobachtung, dass funktionsräumliche Trennungen und monofunktionale Räume auf traditionelle Familienmuster und Geschlechterverhältnisse stabilisierend wirken können, wenn die männliche Erwerbsarbeit mit hohen Mobilitätsanforderungen verbunden ist und wenn Frauen ihren Alltag versorgend, Teilzeit arbeitend und weniger mobil in „Suburbia“ verbringen;
- dem Phänomen der Ent-Räumlichung: der Auflösung von räumlich-sozial gebundenen Verortungen. Gleichzeitig ist aufgrund der Erfahrung des Raumverlustes eine wachsende Nahraumorientierung wahrnehmbar, die sich in unterschiedlichsten kulturellen Phänomenen ausdrückt (zum Beispiel in der dorfähnlichen Gestaltung des Indoor-Bereiches von Einkaufszentren);
- den Konzentrationsprozessen von Handel und Gewerbe im Stadt-Umland, um Angebotsvielfalt auf der Grundlage verkehrsgünstiger Standortbedingungen und hoher Kundenfrequenz zu ermöglichen;
- der Beobachtung, dass Städte, Stadt:Regionen als „Standortsysteme“ zu wirtschaftlichen Basiseinheiten geworden sind und ihre Wettbewerbsfähigkeit und damit verbundene Standortfaktoren zu zentralen Kriterien geworden sind;
- der Erfahrung, dass Politik und öffentliche Institutionen bei der Gestaltung der räumlichen Entwicklung an Einfluss verlieren.


|